Ein Ort der Hoffnung in Hatay – Wie aus einer Hilfsaktion ein Jugendzentrum wurde

Als im Februar 2023 die Erde in der Türkei bebte, erreichten uns Bilder, die wir nie vergessen werden. Ganze Stadtteile lagen in Trümmern, Menschen verloren ihre Familien, ihre Häuser und ihre Zukunftsperspektiven. Besonders schwer getroffen wurde die Region Hatay rund um Antakya – eine Stadt mit jahrtausendealter Geschichte, die in großen Teilen zerstört wurde.

Für uns Wirtschaftsjuniorinnen und Wirtschaftsjunioren aus Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern war schnell klar: Wir möchten helfen. Aber nicht nur kurzfristig. Gemeinsam mit unserem Mitglied Ömer Özbekler, der persönliche Verbindungen in die Türkei hat, entstand die Idee zu „JCI Helping Heroes“. Unser Ziel war es, gemeinsam mit unserem internationalen Netzwerk JCI und starken Partnern vor Ort etwas Nachhaltiges zu schaffen.

Was damals als Hilfsaktion begann, ist heute sichtbar geworden.

Im Mai 2026 durften wir zur feierlichen Eröffnung des „Defne Belediyesi JCI Türkiye Gençlik Merkezi“ nach Hatay reisen. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von JCI Türkiye, JCI Hatay, der Stadt Defne und Mitgliedern des internationalen JCI-Netzwerks eröffneten wir das neue Jugendzentrum – ein Ort für Begegnung, Bildung und Zukunftsperspektiven für junge Menschen in der Region.

Mehr als 70.000 Euro Spendengelder kamen allein aus Deutschland zusammen. Unterstützt wurde das Projekt von Unternehmen, Privatpersonen und Partnern aus dem Main-Kinzig-Kreis. Internationale Unterstützung kam unter anderem aus Japan und den Niederlanden. Gemeinsam mit JCI Türkiye und JCI Hatay entstand so ein Ort, der Hoffnung geben soll – lange nachdem die Schlagzeilen über das Erdbeben verschwunden sind.

Vor Ort wurde uns noch einmal bewusst, welche Bedeutung dieses Projekt für die Menschen in Hatay hat. Auch drei Jahre nach dem Erdbeben sind die Folgen der Katastrophe überall sichtbar. Zwischen Neubauten und Baulücken spürt man, dass hier nicht nur Häuser zerstört wurden, sondern ganze Lebensgeschichten.

Unser IPP Jan Jonas Kunz hielt bei der Eröffnung die erste Rede des Tages. Darin sprach er über die Verbindung zwischen den Menschen in Hatay und den Unterstützerinnen und Unterstützern aus Deutschland – und darüber, dass Hoffnung nur dann glaubwürdig ist, wenn man auch den Schmerz und den Verlust anerkennt.

„Möge dieses Zentrum ein Ort werden, an dem Menschen sich willkommen fühlen, neue Ideen entstehen und junge Menschen ihre eigene Stärke entdecken“, sagte Jan in seiner Rede. „Es soll die Menschen daran erinnern, dass es nach Verlust wieder Zukunft geben kann.“

Die Resonanz auf diese Worte hat uns tief bewegt. Viele Menschen vor Ort suchten nach der Eröffnung das persönliche Gespräch mit unserer Delegation. Vertreterinnen und Vertreter von JCI Türkiye, JCI Hatay und der Stadt Defne bedankten sich nicht nur für die finanzielle Unterstützung, sondern auch dafür, dass wir als Wirtschaftsjunioren persönlich nach Hatay gereist sind.

Besonders beeindruckt hat uns die enorme Wertschätzung, die das Projekt in der Türkei erfährt. Für viele Beteiligte vor Ort ist das Jugendzentrum weit mehr als nur ein Gebäude. Es steht symbolisch für Zusammenhalt, internationale Freundschaft und dafür, dass Menschen auch über Ländergrenzen hinweg füreinander einstehen.

Gemeinsam mit unseren Partnern pflanzten wir zum Abschluss einen Olivenbaum am Jugendzentrum – als Zeichen für Hoffnung, Gemeinschaft und eine gemeinsame Zukunft.

Unser Dank gilt allen Unternehmen, Privatpersonen und Unterstützerinnen und Unterstützern aus dem Main-Kinzig-Kreis, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Ohne diese Hilfsbereitschaft hätte dieses Jugendzentrum niemals entstehen können.

Mit der Eröffnung des Jugendzentrums endet „JCI Helping Heroes“ nicht. Vielmehr beginnt nun die nächste Phase: die Menschen vor Ort und die Entwicklung des Zentrums auch weiterhin zu begleiten.

Mehr zum Projekt unter www.jci-helpingheroes.org

 

Weitere News