Betriebsbesichtigung: Heinrich Thylmann GmbH & Co. KG, Schöneck

019_23-02-2011-h-thylmann-gmbh-co-kgHenrik Frese, Geschäftsführer der Heinrich Thylmann GmbH & Co. KG lässt den grünen Thylmann Sattelschlepper passieren und begrüßt die Wirtschaftjunioren Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Mit seinem Eintritt 2000 ins Unternehmen hat er die Entwicklung der Mühle zu einer Schnittstelle zwischen regionaler Landwirtschaft und der ansässigen Backindustrie in RheinMain vorangetrieben.

Auch international seien Kunden aufgebaut worden. Der Unternehmensschwerpunkt  werde aber durch langjährige, regionale Zusammenarbeit geprägt. „Wir kaufen und vermahlen hier sehr hochwertiges Getreide, angebaut auf den mineralstoffreichen Böden der Region zwischen Taunus und Vogelsberg. Das daraus gewonnene Mehl hat hervorragende Backeigenschaften“, erklärt Frese und startet den Betriebsrundgang am Probenstecher. Dort werden ankommende Lieferungen streng unter die Lupe genommen. Bereits hier klärt sich, ob das überwiegend vom Bauern direkt angelieferte Getreide den hohen Qualitätsansprüchen gerecht wird. „Unsere Weizen- und Roggenmehle liefern wir Sackweise oder als Siloware an unsere Kunden aus der Backindustrie. Im Supermarkt werden Sie Thylmann-Mehle im ein Kilo Paket nicht finden“, schmunzelt Frese.

In elf riesigen Silos lagern Weizen und Roggen bereit zum Vermahlen. Sieben Tage in der Woche werden im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr täglich mehr als dreihundert Tonnen Mehl produziert. „Mit unserer Weizenmühlenerweiterung 1992, dem Mehlsiloneubau 2007 und der Modernisierung und Ausbau der Getreideannahme 2011 haben wir unsere Mahlkapazität aufgestockt und eine Computersteuerung für den Produktionsprozess installiert, die die Einhaltung einer gleichbleibenden Mehlqualität erleichtert. Und auch jetzt modernisieren wir weiter“, weist Frese auf den laufenden Umbau hin.

„Aber Fachkräfte, wie Berufskraftfahrer fehlen immer mehr“, bemängelt Frese die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die hohe Serviceausrichtung der Thylmann-Mühle bedeute, dass  die Kunden direkt und zuverlässig mit firmeneigenen LKWs beliefert würden, doch der Fahrernachwuchs sei rar, bemerkt Frese. Aktuell werden drei Ausbildungsplätze zum Berufskraftfahrer angeboten. Er berichtete, dass auch das Tochterunternehmen Jung & Schmidt GmbH, das die Produktpalette der Thylmann-Mühle mit einem Sortiment für Bäckerei-, Konditorei- und Eisdielenbedarf komplettiert, diverse Berufsgruppen anspricht und seine Belegschaft ausbaut.

Mit dem Geschäft von der Pike an vertraut, beherrscht Henrik Frese seit Jahren die Spielregeln des volatilen Getreidemarktes. Auf die Frage von Constantin van Reimersdahl, Sprecher der Wirtschaftsjunioren Hanau-Gelnhausen-Schlüchern, wie er im Hinblick auf Chancen und Risiken in seinem Exportgeschäft die aktuelle Lage in Nordafrika und der arabischen Welt sehe, vermittelt Henrik Frese Zuversicht: „Auf Basis von neuen Demokratien, Transparenz, offenen Märkten sowie einer wettbewerbsorientierten Wirtschaft die sich jetzt entwickeln, ändern sich auch die Märkte dort. Mittelständische Unternehmen im Nahrungsmittelbereich wie die Thylmann-Mühle haben gute Chancen zukünftig dort Fuß zu fassen.“

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